Meine Heimat... wunderschoenes, magisches und kraftvolles Vanenland
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Sclavi sunt wandali!


*Ich bin die Mark durchzogen und habe sie reicher gefunden, als ich zu hoffen gewagt hatte.
Jeder Fussbreit Erde belebte sich und gab Gestalten heraus..., ... wohin das Auge fiel, alles trug den breiten historischen Stempel.*

*Wer das Auge dafuer hat, der wagt es und reise...*
Theodor Fontane






Mitteleuropa vor 1000 Jahren

Bis in das sechste Jahrhundert bewohnten Semnonen das unwirtliche Gebiet. Im Sog der durch die Hunnenstuerme ausgeloesten Voelkerwanderung war das Gebiet zwischen Spree und Oder Jahrhunderte lang Durchzugsgebiet wandernder Germanenvoelker: Goten, Burgunder und schliesslich Wandalen hatten hier ihre Heimstatt.

Nach der seit etwa 300 Jahren bestehenden Geschichtsschreibung verliessen alle diese Voelker das Land wieder, und in die verlassenen Siedlungsgebiete dringen Slawen - von den Germanen "Wenden" genannt - aus dem suedlichen und oestlichen Europa ein. In der Chronik von Petershagen/ Eggersdorf wird durch Alexander Giertz wie bei allen Chronisten dieser Zeit folgender historischer Ablauf beschrieben: Die zwischen Spree und Oder ansaessigen Semnonen sind mit der Voelkerwanderung abgezogen. Die freigewordenen Siedlungsplätze wurden von einwandernden Slawen besetzt. Nun wird - fast nebenbei - mitgeteilt, dass alte Orts- und Flurnahmen uebernommen wurden. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass die abziehenden Semnonen Wegweiser, Orts- der Strassenschilder hinterlassen haetten, Schriftgut ist ebenso nicht bekannt. Aber woher kamen nun Namen wie Senze, Boetzow, Buckow, Hohenfinow, Ihlow, Gusow, Seelow, Wandlitz ?

Weder in den Beschreibungen Caesars oder in Tacitus "Germania" noch in den Chroniken der Voelkerwanderung werden "Slawen" erwaehnt. So grosse Volksmassen bewegen sich nicht, ohne jede Spur in der Geschichte zu hinterlassen. Die Zuege der Kimbern und Teutonen sind aus dem ersten Jahrhundert bekannt und beschrieben, Goten, Hunnen und Wandalen hinterliessen ihre Zeugnisse - warum nicht die "Slawen"? Bei der entscheidenden Schlacht zwischen Hunnen und Roemern auf den Katalaunischen Feldern waren nahezu alle bekannten Voelker beteiligt, da schlugen sich Ostgoten mit Westgoten, Thueringer und Sachsen - aber keine "Slawen", keine Wenden.

Wann und woher kamen also diese "Slawen"? Man koennte folgende verwirrende Antwort geben: Es gab sie nie, aber sie waren immer schon da!

Die namhaften Chronisten wie Adam von Bremen, Heimholt von Bosau, Widukind von Corvey oder Thietmar von Merseburg schrieben ihre Werke in der von den Christen uebernommenen Schrift der alten Roemer, in Latein. Zu dieser Zeit gab es weder eine deutsche Sprache noch eine deutsche Schrift. In diesen Chroniken bezeichnet man die Staemme, welche die Germanen spaeter "Wenden" nennen, als Sklavoni, Sklabeni, Sklavi ... als Sclaven. In der korrekten Uebersetzung sind die Sclaven sture Heiden, ihrer Scholle und ihren Naturgoetzen verhaftet, nicht christianisierbare Ketzer, wie sie der missionierende Moench Bonifatius beschreibt. Das waren Menschen, die gefangen und verkauft werden durften, Ware also! Karl der Grosse hatte die "Versklavung" von Christen verboten. Aber diese Sclaven waren keine separate, irgendwoher eingewanderte Volksgruppe. Diese nichtchristianisierbaren Heiden waren immer schon da! Im Wanderungsprozess blieben immer "Reste" der Stammbevoelkerung: Goten, Burgunder und Wandalen. Und das waren nicht etwa nur die Schwachen, Alten oder Kranken, sondern wohl eher die Erstgeborenen, die am meisten Bodenstaendigen. Der Bauer verlaesst seine Scholle nicht. Noch heute wird den Maerkern neben Sturheit auch Bodenstaendigkeit nachgesagt.

Und so schreiben die Chronisten: Sclavi sunt wandali! Die Sclaven sind Wandalen. Die Wenden sind somit Germanen, nicht christianisiert, ausgestossen und bekaempft - aber eben keine Verwandten einer "slawischen" Volksgruppe.Nun draengt sich die Frage auf, wer da die Geschichte verfaelscht hat. Immerhin geben auch unsere Chronisten wie Giertz oder Fontane die Geschichte von der Einwanderung der "Slawen" brav wieder. Wer hat das "c" eliminiert? Manche behaupten, Johann Gottfried Herder haette dies bei seiner Beschreibung der Voelker und Ethnien erstmals getan. Andere postulieren einen jahrhundertelangen gezielten Prozess der Manifestierung einer slawischen Volksgruppe, verbreitet durch glagolithische Moenche und ausgehend vom ewigen Kampf der orthodoxen griechischen und russischen Kirche gegen die roemisch-katholische Kirche um die Vorherrschaft des "wahren" Glaubens. In dieser Diskussion steckt aber zuviel voelkisches Geschnarre, hier werden alte Fronten neu aufgebaut, Schuldfragen zu den grossen Kriegen neu gestellt und nicht zuletzt die heutigen Grenzen in Frage gestellt. Dieser Missbrauch birgt genug Zuendstoff fuer neuen Hass - das ist der neuen europaeischen Identitaet absolut nicht foerderlich.

Die Wenden und der Liutizen- Bund

Sclavi - die Wandali-Wenden - unterschieden sich lediglich durch ihren Glauben von den benachbarten und bereits christianisierten Sachsen. Man durfte sie ueberfallen, auspluendern und verkaufen - nette Nachbarn! Aber schauen wir uns die Wenden noch etwas genauer an. Das als "Wenden" bezeichnete Volk ist eine Sammelbezeichnung fuer verschiedene heidnische Staemme. Zwischen Elbe und Oder siedelten die Obodriten und die Redarier im heutigen Mecklenburg, die Ranen an der Ostseekueste, die Ukranen in der Uckermark. Im Brandenburger Raum lebten die Wilzen und im suedlichen Bereich die heute noch als einzige existierende wendische Volksgruppe, die Sorben. Die Wilzen im Berliner Raum waren ihrerseits wieder in kleinere Staemme unterteilt. So siedelten an der Havel die Heveller, ihr kultisches Zentrum war Brennabor, das spaetere Brandenburg. An der Spree siedeln die Sprewaren, ihr maechtigster Fuerst residiert in einer Burg im spaeteren Koepenick. In unserem Gebiet zwischen Barnim und Maerkisch-Oderland siedelten die Stodoranen. Unter allen diesen Voelkerschaften, Staemmen und Staemmchen, man koennte sie Clans nennen, waren wohl die Ranen und die Redarier die wichtigsten als Hueter der heiligsten Tempelstaetten. Den maerkischen Wenden fiel dagegen eher die grosse politische Rolle des kaempferischen Widerstandes gegen die Christianisierung und gegen die Eroberung durch die neuen christlichen Reiche zu. Auf Grund von Rivalitaeten zwischen den Staemmen blieb den Wenden die Herausbildung eines dauerhaften staatlichen Gebildes verwehrt. So sehen sie sich bald von christlichen Herrschern aus dem Westen und von aufstrebenden Reichen im Osten bedraengt.

Unter dem Ansturm der christlichen Eroberer bildeten die Staemme schliesslich einen Kampfbund, den man "Liutizenbund" nannte.Fontane nennt die Liutizen "Vormauer des Slawentums" und den besten, zuverlaessigsten und wichtigsten Teil der ganzen Wendengeschichte, durch ihre Streitbarkeit wie durch ihre Ausdauer bei alten Sitten und Gebraeuchen die beruehmtesten. Fontane erzaehlt: "Brandenburg, das wir wohl nicht mit Unrecht als den wichtigsten Punkt dieses maerkischen Wendenlandes ansehn, wurde neunmal erobert und wieder verloren, siebenmal durch Sturm, zweimal durch Verrat. Die Kaempfe drehten sich mehr oder weniger um seinen Besitz. Die ersten Beruehrungen mit der wendischen Welt, mit den Volksstaemmen zwischen Elbe und Oder, fanden unter Karl dem Grossen statt; sie fuehrten zu nichts Erheblichem." Karl der Grosse schmiedete sein Frankenreich in unendlichen Kriegen. Zunaechst waren es die Sachsen, die unter Ihrem Fuersten Widukind tapfer gegen die Uebermacht kaempften. Nach einem (nicht bewiesenen) Massaker bei Verden an der Aller, wo Karl 4000 saechsische Edle koepfen liess, verlor Widukind den Glauben an seine Goetter und liess sich zum Schutze seines Volkes zum Christen taufen. Karl zog 780 mit einem grossem Heer bis zur Elbe und verhandelte mit den heidnischen Wenden. Er gruendete zum Schutz gegen die "Wenden" die Marken als Vorposten des Gausystems des Reiches zur kriegerischen Unterwerfung und Bekehrung. Militaerische Burgen entstanden, Markgrafen wurden eingesetzt, Staemme wurden tributpflichtig. Die erste Mark (Salzwedel, Tangermuende) heisst heute noch Altmark. Einen ersten Vorstoss bis Brennaburg unternahm Karl bereits 789, ohne jedoch die Wenden zum christlichen Glauben zwingen zu koenne. An der Schwelle vom zweiten zum dritten Jahrtausend streben die Laender und Voelker Europas danach, aus ihrer nationalen Vergangenheit zu neuer kontinentaler Einheit zu finden. Europa waechst zusammen. Eine neue europaeische Identitaet ist im Entstehen - ohne die nationalen Identitaeten zu verdraengen. In vielen Regionen Europas sind Bewegungen zur Erinnerung an Vergangenes zu beobachten. Das Wissen um die Vergaenglichkeit alles Zeitlichen fuehrt dazu, Bleibendes zu schaffen und in den Vordergrund zu ruecken.

Selbstverwirklichung ohne "beengende" Bindungen das eigentliche Ziel allen Menschseins darstelle, ist der traditionelle Heimatbegriff ausgehoehlt worden. Geschichte in Unterricht und Medien ist vorwiegend auf die Bewaeltigung der nationalsozialistischen Epoche und der Nachkriegsgeschichte fixiert. Zweifelsohne sind Kenntnisse ueber Fehlwege unserer Nationalgeschichte und deren Ursachen unverzichtbar. Aber die Auseinandersetzung mit fuenfzig Jahren deutscher Geschichte darf die restlichen weit ueber tausend Jahre nicht verdraengen. Zum Geschichtsbewusstsein gehoert ebenso das Grosse, das Erhabene, das Erfolgreiche, das Fortsetzungswuerdige unserer Vergangenheit. Vom Freiheitsdrang der alten Germanen ueber Reformation und Bauernkriege, Humanismus und Befreiungskriege, Einheitsbewegung und Stufen zum Rechtsstaat gibt es jede Menge Vernachlaessigtes in unserem Geschichtsbild. Vom immensen Beitrag der Deutschen zum Welterbe in Musik, Literatur, Kunst, Wissenschaft und Technik ganz zu schweigen.Wie kaum je zuvor sind deshalb heute die Mediaevisten gefragt, um den modernen Menschen aufzuzeigen, wie es frueher war, wie unsere Vorfahren vor 1000 Jahren dem Millennium, dem Jahrtausendwechsel, entgegengesehen und darauf reagiert haben.  Die Region zwischen Spree und Oder sah vor 1000 Jahren anders aus als heute. Sie war ausgesprochen duenn besiedelt, enorme Wald- und Sumpflandflaechen waren vorherrschend. Hat diese Region einen erwaehnenswerten Anteil an der Europaeischen Geschichte? So begeben wir uns auf die Suche nach dem vergessenen Volk.

Danke an Bauernvolk Eggersdorf e.V. fuer die Zurverfuegungstellung des Textes



Barnim-Brandenburg vor 11.000 Jahren, Staemme, Steinkreise u.a. 

Die folgenden Informationen sind entnommen den Quellen:
www.wikipedia.de
www.sungaya.de
www.therapeutikon.de
www.buednerhaus.de

Der Barnim ist ein altes Kulturland, das bereits seit der letzten Eiszeitperiode besiedelt war.
In der sogenannten vorroemischen Eisenzeit vor ca. 2.500 Jahren bildeten sich die Germanen als sprachlich und kulturell eigenstaenndige Gruppe heraus. Sie siedelten in der Region, verliessen das Gebiet jedoch waehrend der grossen Voelkerwanderungen.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung bildeten sich in Brandenburg die germanischen Staemme der Langobarden, Hermunduren, Burgunden und Semnonen als sprachlich und kulturell eigenstaendige Gruppen heraus. Die beiden zuletzt genannten Staemme siedelten an der Spree. Die Germanen verliessen Brandenburg im 5. Jahrhundert und schlossen sich der grossen Voelkerwanderung ins Roemische Reich an.

Ab dem 6. Jahrhundert siedelten sich im Barnim die slawischen Staemme der "Spreewanen" und "Heveller" an. Sie liessen sich haeufig an Fluessen oder Seen nieder und lebten von Ackerbau und Fischfang. Die Hochflaeche des Barnim blieb bis zu dieser Zeit weitgehend menschenleer.


Barnim vor 11.ooo Jahren

Der Barnim bezeichnet eine eiszeitlich entstandene Hochflaeche, die zusammen mit den Teilen des Eberswalder Urstromtals im Norden und der Havelniederung im Nordwesten den heutigen Naturpark bildet. Die letzte Eiszeit - die Weichselvereisung vor ueber 10.000 Jahren - vollzog hier jedoch lediglich den Feinschliff. Ein relativ "mueder" Gletscher folgte mit geringer eigener Gestaltungskraft den Hinterlassenschaften der vorherigen Saale-Eiszeit, die die Hochflaeche des Barnim schuf. So ist der Gletscherrand heute nur an wenigen Stellen durch hochaufragenden Endmoraenen nachgezeichnet. Der hier verlaufende, zuweilen mehr als 80 Meter ansteigende Hoehenzug zwischen Wandlitz, Ladeburg, Ruednitz und Trampe bildet die Stromgebietsgrenze von Oder und Elbe und damit die Wasserscheide fuer die Fliessgewaesser des Barnim.

Wasser praegt das Gesicht des Naturparks. Auffallend sind die ueberall in der Feldflur verstreuten Ackerhohlformen - Soelle genannt - und die vielen kleinen und groesseren Seen. Einzeln oder wie an einer Perlenkette aufgereiht finden sie sich entlang der Fliesse in langgestrecktern ehemaligen Schmelzwasserrinnen. Die Kette Wandlitzsee, Rahmer- und Lubowsee fuehrt in das lauschige Tal der Briese, die bei Birkenwerder in einem breiten Erlenbruch in die Havel muendet. Ein naturnaher, stark maeandrierender Abschnitt dieses Flusses im Nordwesten, die sogenannte Schnelle Havel, ist dort von weiten Feuchtwiesen und Mooren gesaeumt. Ueber das Pregnitzfliess fuehrt die Prendener Seenkette; Liepnitz- und Hellsee entwaessern ueber das Hellmuehlfliess und die Alte Finow. Andere Wasserlaeufe wie das Tegeler Fliess und die Panke fliessen Berlin zu. Entlang dieser natuerlichen Verbindungen liegen Kleinode, die das Land Berlin in den Naturpark einbringt: das Tegeler Fliesstal, der Bucher Forst, die Karower Teiche und die Blankenburger Feldflur.

Die Endmoraene und die vorgelagerten Sander heute die grossen, fast unzerschnittenen Waldgebiete, die mehr als die Haelfte der Naturparkflaeche ausmachen. Zwar dominiert die Kiefer. Aber an vielen Standorten trifft man auf die urspruengliche natuerliche Vegetation: auf die fuer den Naturpark typischen Buchenwaelder wie am Liepnitzsee oder in der Barnimer Heide, aber auch auf Eichenmischwaelder im Kreuzbruch oder Erlenbruchwaelder im Finow- und im Briesetal.

Am Grund der Gletscher entstanden die Grundmoraenenflaechen, die sueoestlichen Teil des heutigen Naturparks lehmige, sehr fruchtbare Boeden bilden. Ueberwiegend in diesem Bereich - auf insgesamt 40 Prozent der Naturparkflaeche - wird Landwirtschaftbetrieben. An einigen Stellen im heutigen Naturpark - so in der Schoenowerheide und der Barnimer Heide bei Melchow - wurde nach dem Abschmelzen der Gletscher Sand zu Duenen aufgeweht. Ende der achtziger Jahre haben Geologen unter diesen Duenen eine bislang unbekannte, 11.000 Jahre alte Bodenschicht entdeckt und sie Finowboden getauft.

Bis heute ist nicht abschliessend geklaert, ob der Name Barnim vom slawischen Personennamen Barnimir, vom Pommernkoenig Barnim I., der 1230 das Land Barnim abtreten musste, oder vom altpolnischen Bara (Sumpf) abstammt. Auf jeden Fall ist der Barnim sehr altes und traditionelles Kulturland. Historisch gewachsene Siedlungsstrukturen - zu erkennen am Angerdorf Schoenfliess, am Winkeldorf Zepernick, in der Streusiedlung Kreuzbruch, am Strassendorf Schoenwalde oder an der mittelalterlichen Stadtmauer Bernau - sind Zeugen juengerer Geschichte.


Steinkreise, Sonnenraeder und Findlinge

(--) In Ellingen steht ein steinernes Kreuz, welches als Zeugnis christlicher Fruehzeit bekannt ist. Eingemeisselte Kreise, vermutlich Sonnenraeder, lassen auf Heidnische Urspruenge schliessen. Auch aus Friedersdorf bei Fuerstenwalde und Arenzhain westlich von Finsterwalde sind derartige Kreuze bekannt. Im Naturglauben der vorchristlichen Zeit waren neben den alten Eichen der Urwaelder insbesondere die von der Eiszeit herangetragenen riesigen Steine von besonderer Bedeutung. In ihnen vermuteten sie die besondere Kraft ihrer Goetter. Steinkreise, die vielleicht schon vor Jahrtausenden aufgerichtet wurden, galten als besonders heilig.

In Eggersdorf existieren  heute im Verborgenen  grosse Findlinge, deren religioese Bedeutung nicht dokumentiert ist. Beim Neubau der Kirche fand man diese Steine im Fundament der alten, abgebrannten Kirche  und liess sie dort.

slawische roots und Staemme

Als Slawen wird eine Gruppe von Voelkern mit aehnlicher Sprache, Abstammung, Kultur und Lebensgewohnheiten bezeichnet, die vor allem Ostmittel- und Osteuropa bewohnen. Sie sind neben den Germanen und Romanen eine der Hauptgruppen der indoeuropaeischen Sprachfamilie in Europa.

Einer Theorie zu folge kann man die Slawen um 2000-1000 v. Chr. fassen. Sie sollen im Oberlauf des Dnjestr gesiedelt haben. Historisch lassen sich die Slawen erst in der Spaetantike (um 500) fassen. Unter Kaiser Justinian I. (527-565) gerieten Slawen erstmals in das Blickfeld roemischer Chronisten wie Prokopios von Caesarea, Jordanes und Theophylaktos Simokates. Sie berichten von Venetern, Sklavinen und Anten (die man zusammen auch Sporen nennt) die aus den Gebieten zwischen Karpaten, unterer Donau und Schwarzem Meer kommend in die Donauprovinzen des Ostroemischen Reiches einfielen.

Zwar erwaehnen bereits Plinius der Aelltere, Tacitus und Ptolemaeus von Alexandria ab dem 1. Jahrhundert in unterschiedlicher Schreibweise ein Volk der Venedi, Venethi, Venadi oder Ouenedai, das oestlich der Weichsel beziehungsweise an der Danziger Bucht siedelte, doch beziehen sich diese Angaben zweifellos auf die den Germanen zuzurechnenden Vandalen. Der Sammelbegriff Veneter wurde im 6. Jahrhundert offenbar auf das bis dahin unbekannte "Volk" der Slawen uebertragen, obwohl keine direkten Beziehungen zwischen beiden bestanden.


Religion und Mythologie
Die Slawen werden als sehr gesangliebend geschildert. Seele und Gemuet offenbaren sich bei ihnen in anmutigen Liedern und Gesaengen. Von den mythologischen Vorstellungen und der darin sich kundgebenden Weltanschauung der alten Slawen laesst sich kein deutliches und konsistentes Gesamtbild zeichnen, da eine zusammenhaengende Ueberlieferung fehlt.

Die urspruengliche Religion der Slawen war derjenigen anderer frueher indogermanischer Voelker aehnlich. In den Naturerscheinungen, besonders den Phaenomenen des Himmels, sahen die Slawen wirkliche Wesen, die sie sich mit Denken und Empfinden ausgestattet vorstellten, einige wohltaetig, andere zerstoerend wirkend. Die ersteren wurden von den Slawen bog, die letzteren Bjes genannt, und das Christentum uebernahm diese Woerter teils fuer Gott und Teufel.

Sie verehrten einen hoechsten Gott, den Urheber des Himmels und der Erde, des Lichts und des Gewitters. Diesem waren die anderen Goetter untertan. Der Name dieses Gottes war Swarog (der "Glaenzende"), als Urheber des Donners heisst er Perun (balt. Perkunas). Seine Soehne waren die Sonne und das Feuer. Der Sonnengott (Daschbog, "Geber der Gueter") war auch Kriegsgott, als Theomorphose der Luft erscheint Sventovit oder Svantovit (nach Miklosich nur Sanctus Vitus), als Gott des Sturms Stribog.

Oberste Gottheit der westslawischen Wenden war Radegast, der ebenfalls als Kriegsgott verehrt wurde. Als Fruehlingsgoettinnen erscheinen Wesna (Fruehling) und Deva(oder Diva, wunderschoene Schoenheit), als Goettin der Liebe und Schoenheit Lada. Unter den boesen Gottheiten steht die Repraesentantin des Winters (Moraua) obenan.

Ein eigentlicher Dualismus bestand aber nicht, und was bei einigen Schriftstellern von einem Kampf zwischen den Goettern des Lichts und der Finsternis (dem Bjelbog und Tschernebog der Nordslawen) berichtet wird, scheint bereits auf christlichen Einfluss hinzuweisen.

Als mythische Wesen niederen Grades wurden verehrt: die Herrscherinnen ueber Fluesse, Waelder und Berge, welche in der Volkspoesie der Slawen bis auf den heutigen Tag eine grosse Rolle spielen; ferner die Rojenitze oder Schicksalsgoettinnen sowie zahlreiche Haus- und Feldgeister und die finstern Maechte Baba Jaga (Hexe, altes verruecktes Weib), Bjes und Vjed, welch letzterem die Sonnen- und Mondfinsternisse zugeschrieben wurden.

Die Gunst der Goetter und deren Schutz suchten die Slawen durch Gebet und Opfer zu erlangen. Letztere bestanden im Verbrennen von Rindern und Schafen auf Bergen und in Hainen, wo sich auch Goetterbilder befanden. Menschenopfer kamen nur vereinzelt vor. Vollstrecker der Opfer waren die Stammesaeltesten. Einen Priesterstand kannten die alten Slawen ebensowenig wie besondere Tempel. Von Festen sind jene zu erwaehnen, die sich an den Wechsel der Jahreszeiten anknuepfen: die Wintersonnenwende (koleda, ovsen, kratshun), der Fruehlingsanfang mit Austragung des Winters und die Sommersonnenwende (kapalo, jarilo).

Mit dem leiblichen Tod hoerte nach slawischer Auffassung das Leben nicht auf, vielmehr war die Seele (dusza) unsterblich. Sie gelangte ins Paradies, das als schoene Wiese gedacht wurde. Die Leichen wurden entweder verbrannt oder begraben, beide Bestattungsweisen kommen nebeneinander vor. Schaetzenswerte Untersuchungen ueber die alte Kultur und mythologische Vorstellungen der Slawen, soweit sie sich im Aberglauben, in Sagen und Maerchen des Volkes erhalten haben, enthaelt Alexander Afanasjews Werk "Die poetischen Naturanschauungen der Slawen" (russ., Mosk. 1865-69, 3 Bde.).


Kultur- und Sittengeschichte des Gesamtvolkes:
Nach den griechischen und deutschen Schriftstellern waren die alten Slawen ein friedliebendes und fleissiges Volk, fest am Althergebrachten haengend, leidenschaftlich Ackerbau und Viehzucht und auch, wie aus der Sprache und aus den archaeologischen Funden hervorgeht, Handel treibend. Geruehmt wird auch ihre Gastfreundschaft. Kranke und Arme fanden sorgfaeltige Pflege, nur der Boese wurde ausgestossen, und chud bedeutet in slawischer Sprache zugleich arm und boese. Vielweiberei war gestattet, wurde aber fast nur von den Vornehmen geuebt.

Der Grundzug der Zivil- und Staatsverfassung war demokratisch; man kannte urspruenglich keine Staende, keine erbliche Fuerstenwuerde (siehe auch: Wetsche). Das Band der Sippeneinheit hielt alle umschlungen, und der Starosta (Aelteste) war nur Verwalter des Gesamtvermoegens der Sippe. Die Einheit der Sippe schloss die Erbfolge aus. Hierdurch unterschieden sich die Slawen wesentlich von den Germanen und Romanen. Staendeunterschiede, erbliche Fuerstenmacht, Leibeigenschaft und Sklaverei bildeten sich infolge fremder Einfluesse erst spaeter bei den Slawen aus. Die Bezeichnungen fuer die Fuerstenmacht (knez, kral, chrabia, cjesar) und den Adel (szlachta, "Geschlecht") sind fremden Ursprungs. An der alten Sippenverfassung, Geschlechtsgenossenschaft der Hauskommunion (zadruga) wird heute noch bei den Suedslawen zaeh festgehalten. In Staemme, Sippen, Genossenschaften zersplittert waren die Slawen, trotz aller panslawistischen Bemuehungen auch untereinander, nicht nur in der Geschichte, sondern auch bis heute meist uneinig.



Wandlitz...
... ist eine Gemeinde im Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg. Wandlitz bezeichnet gleichzeitig einen Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde. Die Gemeinde hat 20.328 Einwohner (Stand: 30. September 2006), der Ortsteil Wandlitz 5.173 Einwohner. Die erste urkundliche Erwaehnung von Wandlitz stammt aus dem Jahre 1242, in dem es noch Vandlice hiess. "Vandelice" - Menschen, die am Wasser leben - nannten einst Slawen ihre Siedlung, die sich auf der am weitesten in den See vorgeschobenen Halbinsel befand.
Einige Forscher leiten den Namen Wandlitz von dem slawischen "wada, weda oder wanda" ab, das eine Fischangel - ein Handnetz bedeutet. Der Name wurde fuer das im 13. Jh. von deutschen Bauern in unmittelbarer Naehe als Rundling angelegte Dorf beibehalten. ...
Wandlitz ist umgegeben von vielen Seen u.a. Gorinsee - Liepnitzsee - Bogensee
- Obersee - Lubowsee -  Rahmer See - Wandlitzsee -Hell(!)see und kleinere, doch auffaellig ist es innerhalb von drei Seen gebettet, die eine Halbmondform bilden, in deren Zentrum sich bis vor 100 Jahren ein Steinkreis befand. Es wird erzaehlt, der Steinkreis sei zu Ehren einer ... altslawischen Goettin namens Wanda (?!) - Vanadis entrichtet. So soll in Wandlitz einst ein Steinkreis als Heiligtum der Goettin Wanda gestanden haben. Die Steine wurden erst vor etwa 100 Jahren zu Strassenschotter gebrochen.







Heilige Drei Pfuehle

Die "Heiligen Drei Pfuehle" sind drei kleine aufeinanderfolgende Seen, die die einstige Verbindung der Schmelzwasserrinne vom Liepnitz- zum Wandlitzsee markieren. Der Sage nach soll ihre Entstehung auf einen Riesen oder auf den Teufel zurueckzufuehren sein. Dieser solle riesige Steine von Prenden aus (siehe auch hier) in den Wandlitzsee geworfen haben und das dabei heraus spritzende Wasser soll die Pfuehle gebildet haben. Nach einer anderen Legende soll bei den "Heiligen Drei Pfuehlen" einst das Dorf Arendsee gestanden haben, welches durch ein Erdbeben unterging. Es heisst, dass um Mitternacht zuweilen Glockengelaeut aus den Pfuehlen herauftoene.



Sagen und Legenden...

Der Riesenblock vom Wandlitzsee

Um den grossen, dunklen Wandlitzsee hat einst das Volk einen Kranz von Sagen gewoben. Am bekanntesten ist die vom Riesenstein: Auf der Wandlitzer Seite des Sees lag einst ein grosser Stein. Da ging ein Riese spazieren und stiess gegen diesen. Zornig fasste er den Stein und warf ihn ueber den See hinweg auf die andere Seite nahe Stolzenhagen. Auf dem Stein konnte man noch die Spuren seiner Finger sehen. Sie liessen erkennen, wie fest der Riese den Steinblock gepackt hatte.

Die Geschichtsschreibung berichtete dazu : "Frueher lag auf dem Stolzenhagener Feld am Nordufer des Wandlitzsees einer der groessten Opfersteine der Mark, umgeben von einem Kreis kleiner Steine. Deutlich zeigte er auf seiner Oberflaeche fuenf flache Eindruecke.

Als 1846 der Wensickendorfer Krug, ein grosses Fachwerkhaus mit Vorlaube und Strohdach, abgebrannt war, wurde er kurz darauf als "Gasthof zum alten Krug" wieder aufgebaut. Das war das Jahr, in dem der Wandlitzer Riesenstein verschwand. Steinschlaeger zertruemmerten ihn und brachten die Stuecke in 36 Fuhren nach Wensickendorf, wo sie fuer das neue Gasthof-Fundament verwendet wurden".

Es handelte es sich bei dem Riesenstein ganz offensichtlich um einen sogenannten Schaelchenstein. Die Vertiefungen koennen natuerlichen oder auch kuenstlichen Ursprungs sein. In der Jungsteinzeit nutzten die Menschen solche Steine zu kultischen Handlungen (ob dies nun Opferhandlungen waren, sei dahingestellt). Um ihn herum befand sich oft ein sog. Stein- oder Bannkreis, der mit kleineren Steinen abgegrenzt war. Innerhalb dieses Steinkreises waren selbst der Feind oder das gejagte Wild tabu.

Der Prendener Teufelsstein

Die Prendener Kirchenglocken hatten das schoenste Gelaeut in der ganzen Gegend weit und breit. Das konnte der Teufel (oder ein Riese) nicht hoeren. In seiner Wut warf er fuenf Steine nach dem Kirchturm, um die Glocken zu zerschmettern. Drei Steine flogen zu weit. Sie fielen in den Wandlitzsee. Das Wasser spritzte hoch auf, und wo es niederfiel, entstanden die Heiligen Drei Pfuehle. Zwei Steine gingen zu kurz. Sie fielen am Strehlesee nieder. Die Glocken aber blieben unverletzt. Der Eindruck der Hand des Teufels (Riesen) ist am grossen Stein noch zu sehen


Weblinks:
Stein- und Bronzezeit - Germanen und Slawen - Deutsche Ostsiedlung - Kloster Lehnin - Nachaskanische Zeit

Biosphaerenreservat Spreewald: Lebensraeume, Pflanzen, Tiere, Natur und Landschaft



Die Goetter mit Euch!
Falkin

Tradition meint nicht Asche verstreuen, sondern das Feuer weiterreichen

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