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Skaldentaenze
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Gebet
das Siegel
mein wahrhaft Gemuet
das Brandmal
Freyja singt
AsenAas
Wodans Ritt
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Gebet
Ich bin Odins
und Odin ist durch mich
in und mit jeder Pore meines Seins
in meinem Blut
in meinem Herzen
in meinem Geist
werde ich durch ihn
und er durch mich
mit meinem Fuehlen
mit meinem Denken
mit meinem Koerper
materialisiert er sich
materialisiert er mich
werde ich geschaffen durch ihn
mein Puls hallt seinen Herzschlag
mein Weg wird geflossen von und in seinem Atem
mein Selbst haeutet sich in den Spiralen seines allumfassenden Seins
schuetze mich
zersetze mich
sterbe mich
belebe mich
heile mich
sei durch mich
in mir
mit mir
Trage mich, Allvater, Goldene Schlange
durch Raum und Zeit
durch die sternenstaubigen Aeonen
endlicher Unendlichkeiten
durch die fliessenden Gezeiten
durch die Gaenge Deiner lichten Dunkelheit
Tanze mich Wuodan
in die Lichterstrahlen Deines Weltenthrons
durch die ewigen Anfaenge und Enden
lass mich Licht werden durch Dein Feuer
auf Deinen Fluegeln fliegen
gebaere mich in Deinen Wassern
und lasse mich aus Deiner Erde auferstehen
lass mich werden, lass mich vergehen
erwecke mich mit und in Deinen Traeumen
und traeume mich in jede Wirklichkeit
Allvater, ich schenke Dir all mein Seelenblut
auf dass es Deine Wunden labe
ich schenke Dir all mein Gedankengut
werde es von Dir getragen
ich schenke Dir diesen meinen Leib
moege er Dir ein Tempel sein
Ich schenke Dir meine Liebe
ich schenke Dir meine Traenen
ich schenke Dir meine Traeume
ich schenke Dir meine Sehnsuechte
ich schenke Dir meine Hoffnung
ich schenke Dir meine Freude
ich schenke Dir mein Licht
ich schenke Dir meine Dunkelheit
ich schenke Dir meine Sinne
ich schenke Dir die Schreie
aus der Tiefe meines Selbst
ich schenke Dir meine Stille
ich schenke Dir meine Ängste
ich schenke Dir meine Haeute
ich schenke Dir meine Zeiten
ich schenke Dir meine Wirklichkeiten
ich schenke Dir meine Pfade
ich schenke Dir meinen Willen
ich schenke Dir meine Leben
ich schenke Dir meine Tode
ich schenke Dir mein Sein
ich gebe das Geschenkte, welches Du mir ueberreichtest
in Deine Haende zurueck
und lebe es in ver-Antwort-ung auf Dich
das was Du mir angedacht
gewesen - zu sein, zu werden
diesen Namen
nehme ich an
und bitte Dich, mir die Kraft zu geben
zu tragen, was mir vorgesehen.
Ich bin vollkommen in Deiner Hand.
Heil Dir!
© Falkin - Valfreyja Odinsdottir, 2003
das
Siegel
Siegel
Odin, All-vater,
ich setze Dich als ein Siegel auf mein Herz
und wie ein Siegel auf meinen Arm.
Dass auch viele Wasser nicht moegen
die Liebe ausloeschen,
noch die Stroeme sie ertraenken.
Noch die Feuer zu Asche diese Liebe versenken.
Die Luft wird stehen still
und die Erde verharren - atemlos.
Ich setze Dich als ein Siegel auf mein Herz
und wie ein Siegel auf meinen Arm.
© Falkin frei nach Hohelied der Liebe, Salomon 8,6
das
Brandmal
Als Du mich
erhoertest versinkend im tiefsten Seelenblut
da fuehlte ich durch die aetzenden Zungen
der mich auf die Knochen entbloessenden Feuersglut
Deinen Geist, Wodanaz, den meinen verzehren
Deine Seele, Frarid, sich der meinen erklaeren
Deinen Koerper, Fjoelni, den meinen begehren
In diesem verschmelzenden Siedetanz
ich zu Dir - Du zu mir - Grenzen sich aufhebend -
in einem einzigen Zersetzen, Zerfliessen und neu beleben
wurde ich eins - ganz
Den Pakt besiegelt - nimmer ist zu vergessen
ich bin auf ewig gluecklich von Dir besessen
schenkte Dir mein Leben in suesser, verzueckter Raserei
bin Dein willig - was geschieht einerlei
erloest - den Eid geschworen in Blut
Mein Selbst traegt stolz das Brandmal Deines Gut.
© Falkin 2005
AsenAas
Es ist das
Bersekerblut
welches laesst lodern meine Wut
die so vernichtend und verheerend ist
tobt sie ueber Eure Seelenlande, - schatten
krabbelt sie tief in Eure Narrenkappen
schon ist ein weiteres kleines Leben verloren
Ich schwinge die Wortschwerter
in blindem Zorn wuete, vernichte, entrichte
treibe den Blutzoll ein,
gespannt den Bogen des Hohn.
...und dann auf einmal ist es gut
und Ruhe kehrt ein.
Die Raben kommen die Krieger heimzugeleiten
und ich besteige muede mein Pferd.
Kaum eine Narbe mag erzaehlen
was in diesen Schlachten in mich faehrt
in jenen ich unbesiegbar und uebermaechtig
geleitet nur von einer Hand
Euer Leben fuer Luegen, Untreu und Verrat
eintreib als Pfand...
© Falkin 2005
mein wahrhaft
Gemuet
...in stillen
Abendstunden hab ich gelauscht des Kauzens Ruf,
ich suchte Waerme, Herzen, Liebe...
und doch waren es nur Schatten, die mein Sehnen schuf.
...ich weinte bittere Traenen, fluechtete der Menschenhand,
suchte der Baeumen Krone und alles was ich fand...
war eine Stimme, die bei mir war, die mir versicherte,
dass all diese Tode, mich zu der fuehren, die ich fand.
Oh, ich weiss es nicht, ich versuch zu resuemieren,
war ich fuenf, war ich vier,
doch damals schon trennte mich
mein Jetzt von der Menschen Hier.
Ich lernte das Leben als Spiel zu betrachten,
ja, eventuell, meine Gefuehle zu verachten,
man lernte mich (Gefuehle) zu toeten,
lernte mich distanzieren,
lernte mich der Erdling Mimikry beherrschen,
lehrte mich wurzeln auf allen Vieren.
Nun bin ich - im Hier und Jetzt -
voll Feuer -auch voll Schmerz,
voll Hohn und voll Leidenschaft
und frage mich, was hat es mir gebracht.
Das Leben als ein Spiel zu betrachten,
die Steppenwoelfin schreitet voran
voll Stolz
voll Ehre
voll bewusst der Kriegerin-Bahn.
Oh ja, ich kann laufen,
jagen, ich kann toeten.
Kann ich lieben?
Ein Hunger in mir ...
so gierig....
so unersaetlich...
schuert und toetet die Hoffnung in mir.
Das ist die Goettin im Erdlingsgewand,
...woher soll die Kraft ich nehmen,
all das Erleben zu verstehen.
Und langsam schliess ich meine Augen,
tauche ein in Freyjas Schoss,
tauche auf durch Odhinns Augen,
nun erwache ich - werd ich gross.
...tief ritzt er seine, meine Sehnen,
fordert mich zu trinken all sein Blut
und fordert doch im Gegenzug das meine
und ich betrinke mich besinngs-an-diesem-Los
...all mein Weg ist bestimmt von jenen,
denen ich mich hingab.
...durch die ich bin...
Soviele Pfade,
ich bin ihrer mued,
....lasst mich erfahren,
verstehen wer ich bin...
lasst mich erahnen und
ich flehe, lasst mich ertragen,
mein wahrhaft Gemuet.
© Falkin 2005
Freyja
singt

Ich bin, die ich bin seit Anbeginn
Der Funke, das Feuer, welches das Wasser gebaert
Ich bin die Sterne, die Erde, bin Luft und Blut
bin der Gesang, der das Leben schafft
der erweckt, was er erdacht.
Und jeder Gedanke ist ein Teil von mir
und alles Geschaffene ist ein Gedanke von mir
und alles Leben aller Welten pulst meines Herzens Schlag
den Takt, in dem die Gezeiten vergehen und entstehen
- geschaffen, zerstoert, wie ich es mag.
Ich, ich bin der Weltentanz
das Heilige Feuer, der Atem des Drachen,
hinter den Dingen der Seele Glanz.
Ich, ich bin der GebaerMutter Hoehle, Dein Grab
Ich bin der Gesang, der Dich begleitet von Anbeginn,
der Dich erweckt, der Dich erinnert,
der Dich leitet - zu mir hin.
Ich bin der Ruf in Deinem Inneren,
der Dich schlaflos traeumt.
Ich bin die Wiege, die Deinen Wegesrand saeumt.
Ich bin die Hand, die Dich im Sturme haelt,
in jenem, den sie Dir kurz vorher hat beschert.
Ich bin das Schwert, welches Dich vielfach toetet,
der Kuss, der Dich vielfach heilt.
Ich bin der Galgen, an dem Du wirst haengen,
ich bin die Hand, die Dich von ihm er-loest.
Ich bin die Traene, die Dein Herz lautlos schreit,
wenn sie um Erbarmen fleht und die Liebe,
die endlos Dich durchstroemt in jenem Moment
in dem Du beginnst...
...auf diesem Wege fort und wieder hin zu mir
- nach Hause - zu verstehen
es kann kein Moment Deines Lebens vergehen
in dem Du nicht wirst ein Teil von mir sein.
Erinnere Dich Erdling, Du bist mein.
(Du bist mein und Du bist ich.
Und ich bin Du - immerdar.
Ich bin, die ich bin von Anbeginn zu Anbeginn)
© Falkin 2005
Wodans
Ritt
Duester
wogen Wolkenschiffe am Himmelsfirmament
Knorrige Äste aechzen traurig, der Eule Schrei Unheil
kuendigt - schaurig
Ein achtbeiniges Windsross zaust wuetend der Baeume
stoerrisch Haar,
es donnert das Lachen des blauen Rittmeisters - begleitet von seiner
Rabenschar.
Rasend schwingt der Wilde Reiter sein Nebel scheidend Schwert.
Er fuehrt das Horn an die Lippen, schleudernd den Gesang der Alten
Sippen -
zitternd sich die Acker heben, Haine beben, Menschen-Tiere-leben halten
ein,
Stille tosend sich ergiesst bis in das letzte Herz hinein.
Der Schwarze Spiegel im gleissenden Mondlicht ruht
durchdrungen von des Herren Gesang - gleitet des Gewaessers Vorhang
zur Seite - bang.
Aus der Tiefe strudelnd, sprudelnd die Oberflaeche zerberstend,
bereit -
drei Schatten eines einzigen Wesens antreten ihr Geleit.
Huschend tanzen die schillernden Schemen dreimal dreier Welten -
die Schicksalskriegerinnen nehmen an mit fuerchterlicher Gewalt
dreier Maiden Gestalt -
hernach in tausend Funken lichterloher Melodie jaeh zerstiebend in
allumfassenden Raum,
gebaerend sich alles ueberragend als des Lebens Baum.
Der Blaue Reiter neigt das stolze Haupt, sein Schicksal anzunehmen.
Es recken sich des Galgenbaum Tentakelarme, ihn zaertlich
unnachgiebig zu umgarnen,
zu umwickeln, verwebend, umwinden, an den Ewigen Richterstuhl zu
binden,
dem Gott zu rauben sein unsterbliches Leben, es aus Goldenem Faden neu
zu weben.
Drei grosse allmaechtig-umfassende Saeulen bilden der
Weltenwiegen Leib,
Es webt das Schicksal - im Auftrage des Herren-Sohn - das
dreigestaltige Weib,
ohne Zoegern stoesst der Schicksalsger, webt den Faden der
Neun Welten,
Neun Naechte vergeben, vergelten - den Reiter heim tragen der Hufe
vier Paar...
es donnert das Lachen des blauen Rittmeisters - begleitet vom Gesang
seiner Rabenschar.
© Falkin 2008
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